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Der neue Eigentümer des Wismaria-Gebäudes will über seine Pläne mit dem Verkehrsministerium und Stadt sprechen.

 Fakt ist: Die Situation ist neu. Jetzt rückt die Variante 3 ins Blickfeld. Oder kommt es doch noch zu einer ganz anderen Lösung?

Blick von der Hochbrücke über den Mühlenteich bis zum Wismaria-Gebäude im Hintergrund. Die Pläne zum Neubau der Hochbrücke werden wieder neu diskutiert.

Hat der Eigentümerwechsel beim Wismaria-Gebäude Auswirkungen auf die Planung der neuen Hochbrücke? Bürgerschaftsmitglied René Domke glaubt ja. „Super Nachricht! Vor allem kommt dann da erst mal keine Brücke hin, eine große Chance zur Aufwertung des Areals rundherum. Der Bürgermeister wird zwar kochen, aber es wird andere Varianten zur Verkehrsführung geben“, so seine Reaktion im Dezember. Die OZ hatte berichtet, dass ein privater Investor das denkmalgeschützte Gebäude gekauft hat.

Das Verkehrsministerium, zuständig für den Ersatz der verschlissenen Hochbrücke, reagiert zurückhaltender. Auf OZ-Anfrage heißt es zu möglichen Auswirkungen: „Das kann derzeit nicht abgeschätzt werden. Bislang sind der Straßenbauverwaltung die Pläne des Eigentümers nicht bekannt.“

Mit Angaben eher zurückhaltend

Dr. Wolfgang Röhr, neuer Eigentümer der alten Malzfabrik am Platten Kamp, will aus dem Schandfleck ein Wohnprojekt machen. In dieser Woche sagte er gegenüber unserer Zeitung, dass er sich mit weiteren Angaben zum Projekt noch zurückhält, da er erst mit Vertretern des Verkehrsministeriums und der Hansestadt sprechen möchte.

Das Wismaria-Gebäude grenzt an die Bahnlinie für den Zugverkehr in Richtung Schwerin. Mit dem Eigentümerwechsel wird die Planung der Hochbrücke neu diskutiert.

 

Idee vom Mehrgenerationenquartier

„Die Idee ist, dass dort ein Mehrgenerationenquartier entsteht. Wohngemeinschaften für Senioren, Mikro-Appartements für Studenten, Büroräume für Start-ups, dazu ein Café und ein Campus für die Begegnung zwischen den Generationen“, so hatte der Unternehmer im Dezember seine Pläne grob vorgestellt. Der Investor aus Hamburg hat Erfahrung mit schwierigen Objekten. Von 2010 bis 2014 hat er das Schloss Bernstorf saniert und zu einem Hospiz entwickelt.

Das Land hat bei der Planung einer neuen Hochbrücke nach langer Abwägung der Variante 4 den Vorzug gegeben. Diese würde genau durch das Wismaria-Gebäude verlaufen. Es gab bereits Gespräche mit der obersten Denkmalbehörde des Landes zum möglichen Abriss. Mit dem Eigentümerwechsel dürfte sich der Abriss erledigt haben.

Über das Gelände des Industriedenkmals Wismaria sollte laut Vorzugsvariante 4 die neue Brücke verlaufen. Mit dem Eigentümerwechsel rückt die Variante 3 ins Blickfeld. Diese macht einen größeren Bogen über den Mühlenteich und verläuft südlich des Wismaria-Gebäudes. Quelle: Repro OZ

Nicht vom Tisch ist der Neubau der Hochbrücke. Denn neben der Variante 4 hat das Land auch die Variante 3 für einen Neubau in Betracht gezogen. In dem Fall würde das Wismaria-Gebäude stehen bleiben, weil die Brücke weiter südlich verläuft (stadtauswärts rechts am Gebäude vorbei). Wird also Variante 3, die in einem größeren Bogen über den Mühlenteich führt, die neue Vorzugslösung? „Dazu ist zum aktuellen Zeitpunkt keine Aussage möglich“, sagt Karen Reinschmidt-Schilling vom Verkehrsministerium.

Variante 3 länger und teurer

Zum Vergleich der Varianten 3 und 4 heißt es aus dem Ministerium: „Vom Grundsatz her ist die Ausbaulänge der Variante 3 etwas größer. Sie basiert auf etwas ungünstigeren Entwurfsparametern für die Verkehrsanlage wie zum Beispiel Radien, die aber dem geltenden Regelwerk entsprechen. Es ergeben sich daraus allerdings größere Herausforderungen für die technische Umsetzung, zum Beispiel der Brücke über den Mühlenteich.“

Die 50 Jahre alte Hochbrücke und das denkmalgeschützte Wismaria-Gebäude prägen das Stadtbild von Wismar

Bei der Variante 3 beträgt die Baulänge etwa 665 Meter, die Brücke über den Mühlenteich ist dabei 245 Meter lang. Zum Vergleich Variante 4: Baulänge 650 Meter, Brücke 210 Meter.

Im Zuge der Vorplanung wurden Kosten von 21,7 Millionen Euro für die Vorzugsvariante 4 berechnet. Variante 3 würde wegen der längeren Brücke teurer werden, auch wenn die Kosten für Erwerb und Abbruch der Wismaria sowie die Entsorgung des Abbruchmaterials entfallen, so das Ministerium.

Weiterer Zeitplan offen

Spannend wird jetzt, wie es mit der Planung weitergeht und ob das Vorhaben zeitlich aus dem Ruder läuft. „Um die Entwurfsplanung fortzuführen, sind jetzt die konkreten Absichten des Eigentümers des Wismaria-Gebäudes sowie die Planungen der Stadt Wismar dazu aufzuklären. Es ist derzeit nicht absehbar, welche zeitliche Auswirkungen das auf die Planung der Hochbrücke hat“, so Karen Reinschmidt-Schilling vom Verkehrsministerium.

Das Planfeststellungsverfahren soll eigentlich 2021 beginnen. Zum Baubeginn hält sich das Ministerium zurück: „Der Bau kann erst erfolgen, wenn für die Maßnahme Baurecht in Form eines Planfeststellungsbeschlusses vorliegt. Das dafür erforderliche Verfahren ist zeitlich zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös prognostizierbar, so dass auch kein Baubeginn genannt werden kann.“

Die jetzige Hochbrücke aus dem Jahr 1970 ist marode und muss ersetzt werden. Das Land geht von einer Bauzeit von drei Jahren aus.

Von Heiko Hoffmann

Erschienen am 24.01.2020 in Ostsee Zeitung Wismar

 

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