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Der neue Eigentümer des Wismaria-Gebäudes will über seine Pläne mit dem Verkehrsministerium und Stadt sprechen.

Studenten erarbeiten Vorschläge

Eine Idee: Abriss vom Tisch – Wismarer Hochbrücke führt durch Malzfabrik

Wismarer Architekturstudenten haben viele spannende Ideen zur Entwicklung des Areals rund um den Mühlenteich und die Malzfabrik präsentiert – inklusive einer neuen Brücke mit ihren verschiedenen Varianten.

Marvin Richter führt die Hochbrücke entsprechend lärmgeschützt durch das alte Gebäude der Malzfabrik und nutzt den umgebauten Schornstein als Brückenpylon.

Ganz frei und ohne sich Gedanken über eine technische Umsetzung oder die Finanzierung zu machen, haben Studenten aus Wismar kreative Ideen zum städtebaulichen Konzept für das Areal zwischen Hochbrücke, Wismaria (die alte Malzfabrik) und Mühlenteich entwickelt. Dabei haben sie sich im Vorfeld auch nicht die „eine“ Ideallösung einreden lassen.

Sieben Studierende aus dem Bachelor- und Masterstudiengang Architektur haben jeweils ein Semester zum Thema recherchiert und jeder für sich einen städtebaulichen Entwurf entwickelt. Zur Präsentation der Ergebnisse waren Vertreter aus dem Straßenbauamt und der Stadtverwaltung, dem städtischen Bauausschuss und der Arbeitsgruppe Baukultur anwesend. Auch Dr. Wolfgang Röhr, der neue Eigentümer der Wismaria-Ruine, folgte den Ausführungen der Studenten.

„Das Wohngebiet dort könnte so schön entwickelt werden“, fasste Klaas Honsack die Aufgabenstellung zusammen. Genau das und noch mehr haben die Studierenden um Andrea Gaube, Professorin für Stadt- und Gebäudesanierung im Fachbereich Architektur an der Wismarer Hochschule, gemacht.

  

Hochbrücke war Thema

Ein wichtiger Aspekt für das ganze Areal war die Frage nach der zu ersetzenden Hochbrücke. Tunnel, Troglösung, Brücke über den Mühlenteich – die Studierenden haben die verschiedenen Varianten, die bisher im Gespräch waren, untersucht.

Die Ergebnisse sind ganz unterschiedlich. Aber: Der Preis und die Bauzeit sollten bei solch einem Bau für die nächsten 100 Jahre keine Rolle spielen, kommentierten die Studierenden. Und: Bei jedem studentischen Ansatz blieb das Wismaria-Gebäude bestehen, ein Abriss kam für die angehenden Architekten nicht in Betracht.

Die Entwürfe regten Studenten wie Fachleute und Beteiligte zu Gesprächen über die Machbarkeit an. Quelle: Nicole Hollatz

Brücke durch das Wismaria-Gebäude

Die Studenten Marvin Richter und Kai Zimmer hatten beim gemeinsamen Mittagessen eine ganz andere Idee: Ihre Hochbrücke führt durch die alte Malzfabrik. Was im ersten Moment abstrus klingt, hat Charme und ist städtebaulich wie architektonisch spannend.

„Das ist machbar“, kommentierte Professor Thomas Bittermann vom Fachbereich Bauingenieurwesen. International gebe es einige solcher Beispiele. Und auch Hauseigner Wolfgang Röhr war interessiert – so könne die Wismaria entsprechend saniert zum Hingucker werden mit einer modernen Schrägseilbrückenkonstruktion. Marvin Richter nutzte als zweiten tragenden Brückenpylon sogar den Wismaria-Schornstein, entsprechend umgebaut und innen verstärkt. Kai Zimmer gestaltete die Brücke als offene Röhre, die so emissionsarm das Haus queren kann.

Spannende Brückenkonstruktion

Student Daniil Moshchanskii hatte sich bewusst gegen eine Trog- oder Tunnellösung entschieden und verlegte dafür die Streckenführung der Brücke am Wismaria-Gebäude vorbei. Die dabei entstehenden „Kurven“ der Seilbrücke fing er spannend über quer gestellte Bögen ab.

Und im Wismaria-Gebäude siedelte er ein „Zukunftsmuseum“ für digitale Kunst oder künstliche Intelligenz an. „Die Stadt darf nicht nur von ihrem mittelalterlichen Erbe leben“, so der Student.

Daniil Moshchanskii präsentierte eine moderne Seilbrücke mit quer gestellten Bögen. Quelle: Nicole Hollatz

An das ganze Gebiet denken

Die Studentinnen und Studenten entwickelten Ideen für das ganze Areal und seine städtebauliche Weiterentwicklung. Ein Rundweg als Naturlehrpfad um den Mühlenteich, Wassersportzentrum, Tretbootverleih, Ein- und Mehrfamilienhäuser mit Wasserblick, ein Sportpark.

Das Wismaria könnte zum Kulturzentrum mit Veranstaltungsraum, Museum und mehr werden, gerne mit Café oder Restaurant mit Wasserzugang, Strandkörben und Liegewiese, Spielplatz und mehr. „Es könnte ein Ausflugsziel und ein starkes Quartier zum Wohnen in Innenstadtnähe werden“, fasste Carlotta Knossalla zusammen.

Klaas Honsack, Björn Jürgensen, Carlotta Knossalla, Alicia Macholl, Daniil Moshchanskii, Marvin Richter und Kai Zimmer haben sich mit der städtebaulichen Entwurfsaufgabe auseinandergesetzt, Elisabeth Erbes war als beratende Bauingenieurin dabei.

Von Nicole Hollatz

Erschienen am 24.01.2020 in Ostsee Zeitung Wismar

 

 

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